Leipzig. Auch in diesem Jahr begrüßte die LMBV ihre 12 neuen Auszubildenden zum Tag des Berufsanfängers und gab den Berufseinsteigern Einblicke in das Unternehmen und die Arbeit des Sanierungsbergbaus.
Die Veranstaltung startete am Standort Leipzig und bot den Berufseinsteigern die Möglichkeit, sich untereinander kennenzulernen und mehr über die vielfältigen Tätigkeiten der LMBV zu erfahren. Sie erhielten zudem wertvolle Informationen über die Arbeit und das Engagement des Betriebsrates und der IGBCE.
Im Anschluss ging es an den Schladitzer See, ehemals Tagebau Breitenfeld. Hier konnten die Auszubildenden anhand des Biedermeierstrandes sehen, wie Sanierungsbergbau eine ehemalige Tagebaulandschaft transformiert hat. Christoph Zwiener, Vereinsvorsitzender des Haynaer Strandverein e.V., hob hervor, was die LMBV und der Verein gemeinsam am Biedermeierstrand geschaffen haben. Er stellte den Auszubildenden das Gesamtkonzept des Areals vor und zeigte ihnen die neue Servicestation sowie die erweiterte und Deutschlands nun größte überdachte Seebühne. Beides wurde erst im Mai diesen Jahres mit großem Festakt eingeweiht.
Die Auszubildenden der LMBV besichtigten Deutschlands größte überdachte Seebühne.
Letzter Punkt des Tages war die Besichtigung der Schladitzer Bucht. Bettina Fütz, Leiterin Beendigung Bergaufsicht bei der LMBV, gab den Auszubildenden einen Einblick in die Entstehung der Bucht sowie des Sees und erzählte von den vielfältigen Möglichkeiten für Wasser- und Strandsportbegeisterte an der Schladitzer Bucht.
Der Tag des Berufsanfängers führt die Auszubildenden der LMBV aus den verschiedenen Standorten und Bereichen zusammen. In diesem Jahr werden die Auszubildenden in den Berufen Kaufmann/-frau für Büromanagement sowie Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie überbetrieblich ausgebildet.
Fotos: Christian Kortüm
Klemens Hermann, Stab Sanierung und Betriebsratmitglied bei der LMBV, informierte über die Arbeit des Betriebsrates.
Christoph Zwiener (1. v.l.) erzählte Wissenswertes zum Biedermeierstrand.
Seebühne am Biedermeierstrandes bei bestem Oktoberwetter
Schiffstaufe erfolgt — Neues Leben für das Motorschiff Seelust auf dem Bärwalder See
Senftenberg/Klitten. Hunderte Interessierte wollten sich das Ereignis nicht entgehen lassen: am 25.10.2024 wurde das erste Fahrgastschiff auf dem Bärwalder See als Motorschiff Seelust von privaten Investoren getauft und für Ausflugsfahrten in Dienst gestellt. Ein Lausitzer Ford-Autohändler und ein Reiseunternehmer aus der Region sind das Wagnis eingegangen, ein Ausflugsschiff für den größten See Sachsens zu erwerben. Dabei bekamen sie hinsichtlich der Zulassungen und Vorbereitungen Unterstützung von der Kommune Boxberg, der Landesdirektion Sachsen und der LMBV, die jeweils ihren Beitrag für den künftigen Schiffsverkehr auf dem Bergbaufolgegewässer der LMBV unweit der Kulisse des Kraftwerkes Boxberg der LEAG geleistet haben.
Bernd Budi und Patrick Schmidt haben für diesen Zweck die Bärwalder Schiffs GmbH gegründet und das Motorschiff von der Reederei von Wilfried Meyer am Markkleeberger See erworben. Dort hatte der Kopflader wegen der anhaltenden Sperrung des Störmthaler Kanals auf Grund geotechnischer Herausforderungen keine zeitnahe wirtschaftliche Zukunft mehr. In der Lausitz hat das Fahrgastschiff nun einen neuen Hafen und eine zweite Zukunft. Es bietet künftig Linienfahrten bis zum 1. Dezember diesen Jahres an. Derzeit sind fünf Fahrten am Tag geplant. Aber auch Sonderfahrten für Events oder zum Brunchen sollen aufgelegt werden. Mehr Informationen sind unter www.msseelust.de oder 035894 359994 zu bekommen.
Die MS Seelust ist klimatisiert, heizbar und barrierefrei und hat eine Breite von 4,90 Meter bei 21,90 Meter Länge. Der Tiefgang liegt bei 1,10 Meter. Die zugelassene Personenzahl beträgt 120. Gebaut wurde das Schiff auf der LUX-Werft in Mohndorf am Rhein im Jahr 2018. Die Antriebsmotoren sind Diesel-Hybrid mit 170 KW, wobei die Stromversorgung auf Lithium-Ionen-Batterie mit 62 KW beruht. Als Antrieb dient ein Schottel SRP 100. Die Personenschifffahrt im Leipziger Neuseenland Markkleeberger See und Störmthaler See GmbH & Co. KG war die Vorbesitzerin. (UST)
MS Seelust vor seiner Taufe am Bärwalder SeeZur Erinnerung an den Start der Schifffahrt: ein Findling von der Gemeinde Boxberg
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber
Neues Fahrgastschiff auf dem Bärwalder See vor der Kulisse des LEAG-Kraftwerks Schwarze Pumpe im NordenHunderte Interessierte folgten der Einladung zur SchiffstaufeGrußwort von Landrat Udo Witschas als Vorsitzender des ZV LSSDie Investoren Bernd Budi und Patrick Schmidt von der Bärwalder Schiffs GmbHZur Aufnahme der Fahrgast-Schifffahrt auf dem Bärwlder See gab es ein Torte von der benachbarten ARCHELMBV-Vertreter Gerd Richter im Dialog mit Boxbergs Bürgermeister Hendryk Balko auf dem FahrgastschiffDie Gäste der Premierenfahrt genossen die Aussicht vom Oberdeck des Motorschiffes
Spree: Erneute Beräumung der Vorsperre Bühlow ab November 2024
Senftenberg/Spremberg. In enger Abstimmung mit dem für die Talsperre Spremberg verantwortlichen Landesamt für Umwelt (LfU) erfolgen ab November 2024 im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Saugbaggerarbeiten in der Vorsperre Bühlow.
Im Rahmen der Maßnahmen zur Eisenrückhaltung und -minderung in der Spree, wird eisenhaltiges Sediment aus der Vorsperre entnommen und mithilfe eines Saugspülbaggers in ein Schlammstapelbecken der Vorsperre zur Entwässerung überführt. Im ersten Leistungsabschnitt werden durch den Auftragnehmer der LMBV, der TWB Tief- und Wasserbau GmbH Boblitz, in 110 Baggertagen etwa 40.000 m³ Eisenhydroxidschlamm (EHS) von der Sohle der Vorsperre entnommen.
Im Anschluss, nach einer Nachentwässerung innerhalb des Schlammstapelbeckens, wird das Material fachgerecht entsorgt, d. h. einer stofflichen Verwertung oder einer schadlosen Beseitigung zugeführt.
Fotos: LMBV/Filmart (2020)
Haldenauffahrt in Bischofferode wird ertüchtigt
Sondershausen/Bischofferode. Derzeit erfolgt, in Abstimmung mit dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), die Instandsetzung der Auffahrt durch die lagenweise Verfüllung und Verdichtung der vorhandenen Auslaugungstrichter mit natürlichem Gesteinsschotter. Anschließend wird ein Wegeaufbau, ebenfalls mit natürlichem Gesteinsschotter, durchgeführt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im November 2024 abgeschlossen sein.
Hintergrund Zur Reduzierung der anfallenden salzhaltigen Haldenlösungen am Standort Bischofferode ist als erster Abschnitt die partielle Abdeckung des Haldenplateaus vorgesehen. Für die notwendigen Planungsarbeiten ist die zügige Instandsetzung der ehemaligen Haldenauffahrt, für Begehungen durch Planer und Gutachter, zwingend notwendig.
Durch witterungsbedingte Auswaschungen und Hohlraumbildungen an der Oberfläche war die Nutzung der ehemaligen Haldenauffahrt als Zuwegung zum Plateau nicht mehr gegeben.
Fotos Haldenauffahrt (LMBV/Jörg Stude)
Ehemalige Haldenauffahrt mit Auslaugungstrichtern vor Instandsetzung
Auffahrt mit verfüllten Auslaugungstrichtern (1. Bauabschnitt, Stand: 26.09.2024)
Pflanzung von 43 Gehölzen für die Artenvielfalt in Rositz
Leipzig/Rositz. Bei einem Treffen im Rositzer Ortsteil Gorma präsentierte LMBV-Projektmanager Florian Krüger dem Bürgermeister von Rositz, Steffen Stange, und dem zuständigen Naturschutzbeauftragten Benno Moller die neue Informationstafel an der um Jungbäume ergänzten Streuobstwiese (v.r.n.l.).
Neue Informationstafel „Vom Bergbaurevier zur Streuobstwiese“ im Ortsteil Gorma
Darauf geht es um den historischen Braunkohleabbau im Meuselwitz-Rositzer Revier, die sich anschließende Bergbausanierung und die nunmehr gepflanzten 20 Obsthochstämme. Um die Blütezeit zu verlängern und so ein längeres Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen, waren verschiedene standortgerechte Sorten für die Streuobstwiese ausgewählt worden: 4 Conference Birne, 3 Birne Nordhäuser Winterforelle, 4 Birne Gräfin von Paris, 3 Kirsche Altenburger Melonenkirsche, 3 Kirsche Kassins Frühe (Herzkirsche) und 3 Hauszwetschge Schüfer.
Grund für die Ausgleichsmaßnahme waren die Rückbauarbeiten und Sanierungen auf mehreren Grundstücken im Zuge der großflächigen Altlastensanierung im Rositzer Ortsteil Schelditz. Da die Gefahrenabwehrmaßnahme Baumfällungen nach sich gezogen hatte, wurden 2023 in Abstimmung mit der Kommune insgesamt 43 Gehölze gepflanzt: Zum einen pflanzte man Ende 2023 23 Winterlinden als Alleebäume an der Nordseite der Fichtenhainicher Straße ein. Zum anderen wurden 20 Jungbäume auf einer bestehenden, jedoch lückig und mit teilweise überalterten Bäumen bewachsenen Streubostwiese im nahe gelegenen Ortsteil Gorma neu gesetzt. Diese Arbeiten wurden 2024 beendet.
Die neuen Habitate seien „bei den Tieren gut angekommen“, bestätigte Benno Moller im Hinblick auf den Artenreichtum. An der Fichtenhainicher Allee hätte er bereits nach vier Wochen Zauneidechsen und sogar Neuntöter entdeckt.
Obsthochstämme auf der Streuobstwiese in Gorma
Teil der neu gepflanzten Alleebäume an der Fichtenhainicher Straße
Die blaue LMBV-Infotafel mit Informationen zur Historie und Gegenwart
Revierbefahrung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung
Senftenberg. Die Mitglieder des Steuerungs- und Budgetausschusses der Braunkohlesanierung (StuBA) befuhren im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung das Lausitzer Revier der LMBV.
Erster Stopp der Befahrung war die Wasserbehandlungsanlage Plessa, in der derzeit Nassproben stattfinden. Außerdem schauten sich die fast 30 Mitglieder gemeinsam mit den LMBV-Geschäftsführern das Baggerfeld 116 sowie die Baustelle des Brückenbauwerks L60 an der Schwarzen Keute an. Auch die Maßnahmen zur Böschungsgestaltung am Südufer des Bergheider Sees, dem ehemaligen Tagebau Klettwitz, wurden erklärt. Den Abschluss der Befahrung bildete ein Kurzbesuch der historischen Brikettfabrik Louise in Domsdorf.
Im Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) entscheiden und kontrollieren Bund und Länder die Sanierungsmaßnahmen der LMBV. (KHM)
Die Mitglieder des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung am Bergheider See 2024 - mit den sie begleitenden LMBV-Fachleuten.
Der Ausschuss in der WBA Plessa.
LMBV-AGL S. Radigk erläutert am Baggerfeld 116.
M. Matthes und V. Wolf informieren am Brückenbauwerk der L60
Fotos: Gernot Menzel
Mit Fertigstellen des Ableiters wird die Beendigung der Bergaufsicht für Merseburg-Ost erreicht
Leipzig/Schkopau. Die Bauarbeiten am Ableitungsbauwerk Merseburg-Ost im Auftrag der LMBV wurden kürzlich erfolgreich abgeschlossen. Am 12. September 2024 wurde der neue Ableiter vom Wallendorfer See zur Alten Luppe feierlich in Betrieb genommen. Mit dem Fertigstellen dieses Bauwerkes hat die LMBV den Planfeststellungsbeschluss am ehemaligen Tagebau Merseburg-Ost nahezu vollständig erfüllt und lhre Sanierungstätigkeiten hier weitestgehend abgeschlossen.
Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), begrüßte aus diesem Anlass zahlreiche Gäste aus Ministerien und Ämtern, der beteiligten Baufirmen, den Bürgermeister sowie Bürger der Gemeinde Schkopau. Er erläuterte den Weg vom ehemaligen Braunkohlentagebau Merseburg-Ost, über die erfolgreiche Sanierung und Flutung des Raßnitzer und des Wallendorfer Sees bis zur heutigen Nachnutzung als Bade- und Sportgewässer und schließlich der Fertigstellung fast aller Sanierungsleistungen.
Dr. Steffen Eichner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, verwies in seinem Grußwort auf die große Bedeutung der Braunkohlesanierung in Sachsen-Anhalt. In den letzten 30 Jahren wurden hier Sanierungsleistungen in Höhe von über 1,5 Milliarden Euro erbracht. Er verdeutlichte die komplexen Zusammenhänge mit dem Bau des Ableiters: das Wasser im Wallendorfer See ist auf Grund des vormaligen Salzkohletagebaus salzhaltiger als gewöhnlich. Um es in die Luppe – ein FFH-Gebiet – einleiten zu können, musste eine Mindestwassermenge gewährleistet sein, um das salzhaltige Wasser zu verdünnen. Dafür wiederum musste auch das Wehr Kleinliebenau ertüchtigt werden, bevor die 750 Meter Ableiter gebaut und in Betrieb gehen konnten. (KHM)
Die enthüllte Tafel informiert über den ehemaligen Braunkohlentagebau und den Ableiter Merseburg-Ost (Dauerhafte Aufstellung erfolgt nach Erteilung der Baugenehmigung)
Beendigung der Bergaufsicht für 1.135 Hektar erreicht
Bernd Sablotny nahm die Veranstaltung auch zum Anlass, um die Beendigung der Bergaufsicht für einen Großteil der Fläche des ehemaligen Tagebaus Merseburg-Ost zu verkünden. Erst am 4. September 2024 fand die Abschlußbefahrung mit Vertretern der LMBV, des Landesamtes für Geologie und Bergwesen (LAGB), des Landratsamtes Saalekreis und der Gemeinde Schkopau statt und bestätigte die Erfüllung der bergrechtlichen Verpflichtungen durch die LMBV für die beantragte Fläche von 1.135 Hektar. Insgesamt umfasst die unter Bergaufsicht stehende Fläche 1.136 Hektar, d.h. mit einem Hektar Fläche sind die noch ausstehenden Restaufgaben verknüpft.
Ulf Desselberger, Vertreter des Abteilungsleiters Bergbau, im Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) betonte, dass mit diesem Schritt eine ungewöhnlich große Fläche aus der Bergausicht entlassen werden konnte. Auf Initiative der LMBV wurde ein neues Vorgehen entwickelt, wonach in zwei Phasen für große Flächen die Bergaufsicht beendet werden kann und die ausstehenden Leistungen mit einer kleinen Restfläche verknüpft werden.
Mit der Beendigung der Bergaufsicht müssen künftig Baumaßnahmen in diesem Bereich nicht mehr mit dem LAGB abgestimmt werden, wodurch auch die künftigen Planungen der LMBV vereinfacht wird. Denn es sind noch immer Restarbeiten durch die LMBV zu erledigen, unter anderem die Verwahrung bzw. Sicherung von 520 Filterbrunnen oder der Rückbau einer Pumpstation. Die Fertigstellung dieser Arbeiten ist Voraussetzung dafür, um auch für die restliche Fläche von einem Hektar die Bergaufsicht zu beenden. Die LMBV wird auch in den kommenden Jahren noch vor Ort tätig sein.
Luftaufnahme des Ableiters Merseburg-Ost in seinem ganzen Verlauf, kurz nach Fertigstllung.
Hintergrund:
Wo sich heute der Wallendorfer und der Raßnitzer See befinden, begann 1971 der Aufschluss des Tagebaus Merseburg-Ost, nachdem die Braunkohlevorräte im Geiseltal erschöpft waren. Von 1973 bis 1991 wurde hier Kohle gefördert. Insgesamt 116 Mio. Tonnen Kohle, 14 Mio. Tonnen Kiessand sowie 1 Mio. Tonnen Ton wurden gewonnen und dazu 117 Mio. Tonnen Abraum bewegt. Der Tagebau Merseburg-Ost war der einzige Salzkohle-Tagebau der DDR. Aufgrund des hohen Salzgehaltes der Rohbraunkohle wurde diese fast ausschließlich zur Brikettierung verwendet.
Nach der Stilllegung des Tagebaus setzte 1991 die Sanierung ein. Das Restloch bestand aus den Abbaufeldern 1a und 1b, diese waren durch eine Innenkippe getrennt. Um das entstandene Massendefizit aufzufüllen, begann 1998 die Flutung beider Teile mit Wasser aus der Weißen Elster. Sie wurde Ende 2002/Frühjahr 2003 abgeschlossen.
Sowohl Raßnitzer als auch Wallendorfer See besitzen keinen Zulauf und werden allein durch Grund- und Niederschlagswasser gespeist. Die Seen sind miteinander durch einen Überleiter verbunden, so dass überschüssiges Wasser – zum Beispiel nach Starkregen – aus dem Raßnitzer in den Wallendorfer See abfließen kann. Von dort wurde das Wasser bis zum Jahr 2024 über eine Pumpstation am Nordufer abgepumpt und in die Weiße Elster geleitet.
Dank der Errichtung eines Ableiters zwischen Mai 2023 und Mai 2024 konnte die Pumpstation außer Betrieb gehen. Das ca. 750 Meter lange Gewässer übernimmt den Wasserabfluss vom Wallendorfer See über das natürliche Gefälle in die Luppe und gewährleistet dadurch eine weitestgehende Selbstregulierung des planfestgestellten Wasserstands im Wallendorfer See.
Ulf Desselberger, Vertreter des Abteilungsleiters Bergbau im LAGB, stellte die Sicht des Bergamtes vor.
Dr. Steffen Eichner, Staatssekretär im Umweltministerium Sachsen-Anhalt, bei seinem Grußwort.
Nachdem der Ableiter geöffnet wurde, sollen Enten die Fließgeschwindigkeit testen.
Vertreter von Behörden und Ämtern aber auch Bürger der Gemeinde Schkopau waren der Einladung gefolgt.
Im Gespräch: Michael Wersdörfer, Landesverwaltungsamt Halle, Bernd Sablotny, Technischer Geschäftsführer LMBV, Dr. Eichner, Umweltministerium Sachsen-Anhalt, und Sabine Faulstich, Amtsleiterin Umweltamt Saalekreis, (v.l.n.r.).
Dammbalken hoch und Wasser Marsch
Im Austausch mit bekannten und neuen Partnern.
Gäste, LMBV-Kollegen und Pressevertreter im fachlichen Austausch.
Fotos: Christian Kortüm
Foto Dammbalken: Uwe Steinhuber
Vorbereitungen für neue Grundwassermessstellen für Monitoring der LMBV am Zwickauer Brückenberg angelaufen
Sondershausen/Zwickau. Voraussichtlich ab Oktober 2024 werden am Brückenberg neue Grundwassermessstellen mit einer Tiefe bis zu 25 Meter gebohrt. Bei Antreffen der entsprechenden hydraulischen Voraussetzungen werden dabei drei Doppelmessstellen mit jeweils einer Verfilterung im Muldeschotter sowie im Festgesteinsgrundwasserleiter errichtet.
Seit dem Jahr 1865 wurde auf dem Brückenberg Steinkohle abgebaut. Kokereien wurden ab dem Jahr 1873 am Standort betrieben. Die Stilllegung des Komplexes Brückenberg erfolgte im März 1992. Durch die langfristige Produktion von Koks, Gas und Nebenprodukten am Standort wurde eine erhebliche Kontamination im Boden und Grundwasserbereich verursacht. Die Sanierung der Flächen erfolgte von 1996 bis Juni 1999 vor allem durch großflächige Versiegelungen.
Im Rahmen der Sanierung wurde außerdem ein Überwachungsmessnetz für die lokalen Grundwasserschäden errichtet. Das seither unter der Verantwortung von LMBV-KSE, Nachsorgebetrieb Zwickau betriebene Monitoring ist im Wesentlichen auf den Quellschadensbereich der Kokerei und seine unmittelbare Umgebung begrenzt. Der Fokus lag dabei auf der Erfassung und Bewertung der relevanten Schadstoffe im unmittelbaren Umfeld des Altstandortes Brückenberg.
Die Ergebnisse des Monitorings der vergangenen ca. 10 Jahre zeigen, dass sich die Schadenssituation im sogenannten Abstrom bzw. am Quellenrand zwar als stabil darstellt, jedoch auf einem relativ hohen Schadensniveau verharrt. Davon ausgehende potenziell Gefahren für Schutzgüter - z. B. Oberflächengewässer Mulde, ungeschädigtes Grundwasser - sind durch das Monitoring nur punktuell bewertbar. Aus diesem Grund hat sich die LMBV sich veranlasst gesehen, den Zustand des Grundwasser-Abstrombereichs Brückenberg vertiefend zu erkunden und den weiteren Umgang damit mittels eines hydrogeologischen Strukturmodells neu zu bewerten.
Dafür wurde ein Genehmigungsverfahren von bis zu zehn neuen Grundwassermessstellen beim sächsischen Oberbergamt unter Beteiligung der jeweils zuständigen Fachbehörden durchlaufen und die Arbeiten genehmigt. Diese sollen im 4. Quartal 2024 beginnen.
Da im Rahmen einer vorauslaufenden Kampfmittelauskunft laut der zuständige Bauaufsichtsbehörde für einige Bereiche der geplanten Bohransatzpunkte mit Kampfmitteln zu rechnen war, musste im Vorfeld eine sogenannte Kampfmittelerkundung durchgeführt werden. Damit wird das Antreffen von Bomben, Munition und ähnlichem ausgeschlossen. Diese Arbeiten wurden in der 35. KW 2024 durchgeführt und die geplanten Bohrungen freigegeben.
MIL: Vereinbarung zur Nutzung weiterer Lausitzer Tagebauseen ab 2026 mit LMBV
Potsdam/Senftenberg. Zu den Ergebnissen der Kabinettssitzung vom 27. August 2024 teilte Regierungssprecher Florian Engels in Potsdam mit:
"In der Lausitz können voraussichtlich im Jahr 2026 vier weitere Tagebauseen öffentlich genutzt werden. Das Kabinett hat heute einer entsprechenden Vereinbarung mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) zur Zwischennutzung der aus Tagebaurestlöchern entstandenen Gewässer im Lausitzer Seenland zugestimmt. Anschließend hat Infrastrukturminister Rainer Genilke die Vereinbarung gemeinsam mit den Geschäftsführern der LMBV, Bernd Sablotny und Torsten Safarik, unterzeichnet.
Damit sind die Weichen gestellt für die Freigabe von Sedlitzer und Großräschener See, der brandenburgischen Teile von Partwitzer und Geierswalder See sowie der verbindenden Überleiter. Die Vereinbarung schafft die rechtliche Grundlage für die angestrebte Freigabe der Gewässer für Sport- und Segelboote sowie das Wasserwandern, Baden und Tauchen zum Jahr 2026.
Infrastrukturminister R. Genilke betonte: „Die Freigabe der Gewässer für die Nutzung durch die Öffentlichkeit wird ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes. Es entsteht eine überregional bedeutsame Kulturlandschaft, die sicher viele Menschen anziehen und begeistern wird. Doch nicht nur der Tourismus und die regionale Wirtschaft werden davon profitieren, sondern zu allererst die Bewohnerinnen und Bewohner. Sie erhalten nach den jahrzehntelangen Beeinträchtigungen durch den Bergbau eine Landschaft mit ganz neuen Nutzungs- und Naherholungsmöglichkeiten zurück. Dafür hat das Land Brandenburg zusammen mit der LMBV sowie Bund und Kommunen in den vergangenen Jahren die Voraussetzungen geschaffen. Kommunen, Zweckverbände und Investoren erhalten Planungssicherheit für ihre eigenen Vorhaben und Investitionen. Heute beginnt ein weiteres Stück Zukunft für die Lausitz und ganz Brandenburg.“
Bernd Sablotny fügte hinzu: „Bereits seit 2021 bereiten wir uns gemeinsam mit der Region auf die Freigabe der Gewässer vor. Wir freuen uns, dass wir die abgestimmten Termine einhalten und am Großräschener See bereits in diesem Jahr eine Teilfreigabe erreichen konnten. Nun bereiten wir weiter die durchgängige Nutzung der Restlochkette für 2026 und damit die Übergabe an die Allgemeinheit vor.“
Die Tagebauseen, Überleiter und Uferbereiche stehen aktuell noch unter Bergaufsicht. Nach der Gewässerrahmenvereinbarung aus dem Jahr 2009 sollen die Tagebauseen nach dem Ende der Bergaufsicht an das Land Brandenburg übergehen. Da dieser Schritt noch einige Jahre dauern wird, die Gewässer aber inzwischen eine öffentliche Nutzung erlauben, waren zwischen Land und LMBV Regelungen für eine vorzeitige Öffnung abzustimmen. Damit tragen Land und LMBV dem großen öffentlichen Interesse an der Öffnung der seit Jahren sichtbaren Gewässer und der Nutzung der bereits fertiggestellten Strände, Häfen und weiteren Anlagen an den Ufern Rechnung.
Die Vereinbarung regelt die Unterhaltungspflichten des Gewässers während der Dauer der Bergaufsicht, die Verkehrssicherungspflichten, Fragen der Beschilderung und Kennzeichnung sowie Haftungsfragen. Zudem wird der weiteren Sanierung Vorrang vor einer Nutzung eingeräumt.
Damit 2026 auch in Brandenburg die Nutzung der länderübergreifend schiffbar verbundenen Tagebauseen möglich wird, ist im nächsten Schritt die Landesschifffahrtsverordnung zu ändern und die geotechnische Nutzungsfreigabe nach Abschluss der restlichen Sanierungsarbeiten durch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) erforderlich.
Lausitzer Seenland – Europas größte künstlich geschaffene Seenlandschaft
Durch Rekultivierung und Flutung der Tagebaurestlöcher der Bergbaufolgelandschaft Südbrandenburgs und Nordostsachsens (Lausitzer Revier) entstand und entsteht Europas größte künstlich geschaffene Seenlandschaft. Dazu gehören auf Brandenburger Seite der Senftenberger, Sedlitzer, Großräschener, Partwitzer (anteilig) und Geierswalder (anteilig) See sowie die Überleiter Rosendorfer, Sornoer, Ilse und Koschener Kanal.
Die Herstellung dieser länderübergreifenden Seenkette ist eines der bedeutendsten Großprojekte im Lausitzer Revier im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Das Vorhaben ist seit langem zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen zur Steigerung des touristischen Potenzials verabredet. Gemeinsam wurde bereits im Jahr 2001 mit der LMBV als zuständigem Bergbauunternehmen eine entsprechende Vereinbarung zur Herstellung schiffbarer Verbindungen zwischen den entstehenden Seen abgeschlossen. Das Land Brandenburg hat in den vergangenen 20 Jahren Landesfördermittel im Umfang von rund 100 Millionen Euro für die Herstellung der Überleiter sowie von weiteren öffentlichen Infrastrukturen eingesetzt.
Bedeutende in Realisierung befindliche und geplante Projekte
Überleiter 8, 10, 11 und 12
Maritimes Gewerbegebiet Nordufer Sedlitzer See
Landmarke „Rostiger Nagel“, Schwimmender Steg am Sedlitzer See
Stadtstrand Großräschen
Seestrand Lieske am Sedlitzer See
Hafen, Verkehrserschließung und Wasserwanderrastplatz Sedlitzer Bucht
Radrundwege(abschnitte) insbesondere um Großräschener und Sedlitzer See
Steganlage im Überleiter 12
Schiffsanleger Sedlitz am Großräschener
Öffentliche Erschließung und Steganlage Nordufer Bergheider See
Quelle: Medieninfo der Staatskanzlei des Landes Brandenburg v. 27.08.24 (UST)
Infrastrukturminister Rainer Genilke (Mitte) unterzeichnet die Vereinbarung gemeinsam mit den Geschäftsführern der LMBV, Bernd Sablotny (rechts) und Torsten Safarik (links).
Blick über die Restlochkette – aus Osten nach Westen
Rostiger Nagel am Sedlitzer See | 2024
Blick über die Seen rund um Senftenberg – die Restlochkette | 2024
Blick über den Großräschener See nach Senftenberg
Geierswalder und Partwitzer See | 2024
Geierswalder, Sedlitzer und Partwitzer See | 2024
Hafen Großräschen – bereits in Zwischennutzung
Blick vom Großräschener See zum Senftenberger See
Plangenehmigung für Hafen am Partwitzer See übergeben
Klein Partwitz. Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat in ihrer Funktion als obere Wasserbehörde im Freistaat Sachsen die Plangenehmigung für die Errichtung des Hafens am Partwitzer See erteilt. Vor der Kulisse der zukünftigen Marina überreichten die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch und Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, am 19. August 2024 den Bescheid an die Gemeinde Elsterheide.
»Wir sagen heute Leinen los für den Hafen am Partwitzer See. Für den Weg hierher braucht es Menschen, die das Potential des Sees erkennen, loslegen, nicht nachlassen, einen langen Atem haben und Projekte wie dieses verwirklichen. Dafür möchte ich Danke sagen, der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), der Landesdirektion, dem Landkreis, der Gemeinde, den Investoren und die vielen Menschen, die ihren Teil dazu beigetragen haben. Der Partwitzer See zeigt einmal mehr die gesamte Schönheit und Vielfalt unseres Freistaates und hat sich bereits jetzt zu einem Urlaubsparadies entwickelt. Mit dem Hafen wird die touristische Anziehungskraft weiterwachsen, auch über die Grenzen Sachsens hinaus. Ich wünsche viel Erfolg und Kraft bei der weiteren Umsetzung des Vorhabens und einen zügigen Bauverlauf«, so Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch laut der gemeinsamen Presseerklärung von SMWK und LDS.
»Noch ein Highlight im Lausitzer Seenland – das ist eine gute Nachricht für all jene, die am liebsten auf dem Wasser unterwegs sind«, so Regina Kraushaar. »Ich bin sicher: Der Hafen am Partwitzer See und die neue Marina werden Strahlkraft weit über die Lausitz hinaus entfalten. Das ist gelebter und klug gestalteter Strukturwandel, der für Freizeit und Erholung, aber auch für Arbeitsplätze und sichere Zukunft in der Lausitz gleichermaßen steht."
Kernstück des Hafens wird ein rund 170 Meter langes Molenbauwerk mit Anlegestelle für die öffentliche Fahrgastschifffahrt. Dahinter entstehen vier wellengeschützt liegende Schwimmstege mit Liegeplätzen für insgesamt 112 Sportboote bis 10 Meter Länge. Über eine Slipanlage mit Rampe können Boote mit und ohne Motor auf Anhängern in die Marina eingelassen oder herausgezogen werden. Auch eine Löschwasser-Entnahmestelle für die Feuerwehr sowie der Anschluss an bestehende Zuwegungen zum Hafen sind geplant. "Wenn alles planmäßig läuft, kann Ende des Jahres 2025 mit dem Bau begonnen werden, die Gesamtkosten belaufen sich nach heutigem Kenntnisstand auf ca. 6,3 Mio. Euro", erklärte Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter der LMBV.
Der Partwitzer Hafen ist ein Schlüsselprojekt zur Entwicklung des Tourismus am Partwitzer- und Geierswalder See. Die beiden Gewässer sind über den schiffbaren Barbarakanal miteinander verbunden. Über den Rosendorfer- und den Sornoer Kanal sind nach der Fertigstellung des Sedlitzer Sees in Brandenburg auch Bootstouren bis in das Nachbarbundesland möglich. Auf diese Weise kann man mit Wasserfahrzeugen von See zu See »wandern« oder mit dem Fahrgastschiff zu kleinen Kreuzfahrten aufbrechen. Der Hafen am Partwitzer See wird dabei als zentraler Ausgangspunkt innerhalb der Lausitzer Seenkette dienen.
Der Hafen soll nicht nur die Wasserinfrastruktur verbessern, sondern auch die weitere Entwicklung der »Küste« fördern. Direkt an die Marina angrenzend soll eine Ferienhaussiedlung mit einem Hafengebäude entstehen – das Projekt »Aqua Terra Lausitz«, von der Gemeinde Elsterheide initiiert. Damit wird der Partwitzer Hafen auch zur Verbindung zwischen wasser- und landseitigem Tourismus. Das Vorhaben wurde von der Gemeinde Elsterheide beantragt, zusammen mit dem Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen und der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH entwickelt und vom Freistaat Sachsen über §4-Mittel gefördert. Quellen: PM der LDS v. 19.08.24 und LMBV (KHM)
v.l.n.r.: Bautzens Landrat Udo Witschas, Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch, Elsterheides Bürgermeisterin Antje Gasterstedt, die Präsidentin der Landesdirektion Sachsen Regina Kraushaar und Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV, beim Pressetermin am Partwitzer See.